Aminosäuren und ihre Bedeutung
für Fettverbrennung
Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente haben beim Abnehmen eine große Bedeutung.
Ob wir immer mehr Fett ansetzen oder schlank bleiben wird im Wesentlichen von den Hormonen bestimmt. Und hier liegt auch der Schlüssel zum Abnehmen: Durch eine gezielte Zufuhr bestimmter Aminosäuren regen wir den Organismus an, ausreichend schlank machende Hormone zu produzieren. Stets natürlich und im Einklang mit den körperlichen Bedürfnissen.
Wie Hormone auf Fettzellen wirken
Ob eine Fettzelle ihre Türen öffnet, um Fett aus dem Blut aufzunehmen oder abzugeben, wird vom Zentralnervensystem gesteuert und mit den zur Verfügung stehenden Hormonen und weiteren Signalstoffen geregelt. Der Hypothalamus als Oberbefehlshaber über alle Hormone produziert so genannte Releasing-Faktoren, dazu gehört z. B. das Neuropeptid TRF, das für die Produktion der Schilddrüsenhormone verantwortlich ist. Die verschiedenen Hormone, die in bestimmten Lebenssituationen wie Erwachen, Schlafen, Stress etc. verstärkt über das Blutsystem ausgeschüttet werden, docken an den Rezeptoren der Fettzellen an und setzen eine ganze Reihe von weiteren biochemischen Vorgängen in Gang: Es werden so genannte G-Proteine stimuliert. Diese G-Proteine, so haben Wissenschaftler jetzt festgestellt, tragen die Entscheidungskompetenz darüber, ob in der Zelle eine Lipogense (Fetteinlagerung) oder Lipolyse (Fettfreisetzung) stattfindet.
Ein wichtiges schlank machendes Hormon
ist das Wachstumshormon (STH)
Dieses Hormon wird im Schlaf produziert; es steigert die Eiweißsynthese und fördert den Fettabbau. Übergewichtige zeigen charakteristischerweise erniedrigte STH-Konzentrationen, was eine Gewichtsreduzierung oftmals erschwert. Wachstumshormon ist leider teuer (ca. 500–800 Euro für eine Monatsration) und die Injektion erfordert sehr kompetente ärztliche Überwachung. Ungefährlicher ist es deshalb, die natürliche, körpereigene Ausschüttung dieses Hormons anzuregen. Gewisse Aminosäuren haben gezeigt, genau dies in vielen Fällen zu bewirken, wenn sie zur Nacht auf nüchternen Magen in ausreichender Menge eingenommen werden.
Die Aminosäuren mit diesen Fähigkeiten sind:
- Arginin
- Glutamin
- Glycin
- Ornithin.
Für die Synthese des Wachstumshormons sind außerdem Vitamin B6, Vitamin B12, Zink und Mangan erforderlich.
Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Fettleibigkeit ein Carnitin-Mangel vorliegen kann.
Dann könnte eine Carnitin-Substitution (Nahrungsergänzung) sicherlich sinnvoll sein. Carnitin ist ein Biocarrier (Transportstoff), der in der Leber – sowie als Vorstufe in der Niere – aus die essentielle Aminosäure Lysin synthetisiert wird. Es fungiert als Carrier-Molekül beim Transport langkettiger Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran. Langkettige Fettsäuren können die Membran nur durch eine Veresterung mit Carnitin passieren, während mittel- und kurzkettige Fettsäuren diese auch ohne diesen Carrier (Transportmolekül) durchdringen.
Carnitin als Fatburner
Carnitin holt die Fettsäuren schneller heran und wirft sie in den Ofen des Stoffwechsels. Die Folge: Der Organismus baut Fett ab (statt es zu lagern). Wegen seiner Fett verbrennenden Wirkung wird diese Substanz auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt und gerne als »Fatburner« bezeichnet.
Die Bildung von Carnitin findet in fünf Syntheseschritten statt, unter Beteiligung der essentiellen Co-Faktoren Vitamin B6, Vitamin B12, Niacin, Folsäure. Ein Mangel eines einzigen dieser Stoffe kann zu einer eingeschränkten Biosynthese führen.
An der Universität Leipzig wurde ein Studiendesign vorgeschlagen, um den Einfluss von Carnitin auf die Fettverbrennung des Menschen direkt zu messen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden inzwischen von der Universität Rostock bestätigt:
Es zeigt sich eindeutig, dass Carnitin die Fettverbrennung des Körpers in bestimmten Zellen steigern kann.
Darüber hinaus gibt es Arbeiten von zwei Wissenschaftlern aus Genf und den USA, die erstmalig belegen, dass eine Gabe von Carnitin auch die Mobilisation von Fettsäuren aus den Adipozyten (Fettzellen) steigert und die Verbrennung von Fettsäuren in den Adipozyten erhöht. Es existieren ferner ausreichend Daten an sieben Tiermodellen, die alle eindeutig belegen, dass eine Carnitin Supplementation während einer kalorienreduzierten Diät zu einer signifikanten Abnahme des Körperfettgehaltes gegenüber Placebo führt, wobei es gleichzeitig zu einer Zunahme der fettfreien Muskelmasse kommt.
Das Institut für Sportmedizin der Universität Leipzig schreibt: Voraussetzung für eine hohe Wirksamkeit des Carnitins ist eine erhöhte Fettsäurebereitstellung. Dies kann nur durch eine Steigerung der sportlichen Aktivitäten oder die Zufuhr von Coffein erfolgen.
Glutamin wirkt der Fettspeicherung entgegen
Glutamin kann in den Nieren in Glucose umgewandelt werden, und zwar ohne die Glukagon- und Insulinwerte zu beeinflussen. Somit trägt es gleichfalls zu einer Energiegewinnung bei, die die durch das Insulin hervorgerufene Fetteinlagerung zu umgehen in der Lage ist. Es wirkt, wie auch Untersuchungen an Mäusen bewiesen haben, der Nahrungsfettspeicherung entgegen, hilft folglich bei der Regulierung des Körpergewichts. In einer Studie wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Gabe von Glutamin bei einer stark fetthaltigen Ernährung eine Fettreduktion nach sich zog. Darüber hinaus kann Glutamin das Verlangen nach Zucker und Alkohol vermindern.
Von Bedeutung ist neben den Aminosäuren auch der komplette Vitamin-B-Komplex. So wird Vitamin B6 benötigt, um Proteine herzustellen. Ohne dieses Vitamin ist der Stoffwechsel der Aminosäuren Glutamin, Glycin, Arginin und Carnitin gestört.
Zink ist ein Enzymspender für den Bau vieler Hormone wie z. B. Wachstumshormon, Schilddrüsenhormon, Sexualhormon etc. Bei Zinkmangel besteht eine Hypoglykomieneigung mit Folge einer vermehrten Insulinausschüttung und dadurch Neigung zur Fettansetzung. Außerdem wirkt Zink regulierend auf das Appetitzentrum im Gehirn.
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