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Aminosäuren und ihre Bedeutung
für Potenz und Libido

Die gezielte Zufuhr einzelner Aminosäuren kann Funktionen des Organismus erleichtern und fördern, die mit Potenz und sexueller Leistungsfähigkeit zu tun haben. 

Arginin und Ornithin sind in diesem Zusammenhang die entscheidenden Aminosäuren. Als Vorläufermolekül des Stickoxids, eines Moleküls, dessen weit reichende und erstaunliche Wirkungen im Organismus erst vor kurzem entdeckt wurden (wofür 1998 ein Nobelpreis verliehen wurde), haben sie erstaunliche Wirkungen im menschlichen Körper. Wird Arginin vermehrt zugeführt, so steigt der Stickoxid-Spiegel im Blut an. Die Folge ist u. a. eine Entspannung der Blutgefäßwände und damit eine Durchblutungsverbesserung ganz allgemein, auch des Penis. 

Ornithin wird im Organismus zu Arginin abgebaut. Weil es im Körper aber langsamer abgebaut wird, hält der Effekt auch entsprechend länger an. Damit ist Ornithin die perfekte Ergänzung zu Arginin. 

Die förderliche Wirkung der Aminosäure Arginin in Sachen Sex ist zwar schon länger bekannt, wurde jedoch erst im Zusammenhang mit der Diskussion um einschlägig bekannte Potenzpillen in den Vordergrund gerückt. Es wirkt nämlich ähnlich, ist allerdings preiswerter und weitgehend frei von Nebenwirkungen. Arginin erhöht die Nitritoxide und fördert damit die arterielle Elastizität, es kann somit blutdrucksenkend wirken und fördert die Erektionsfähigkeit.

Im Unterschied zu den bekannten chemischen Potenzpillen wirkt Arginin nicht sofort – der Effekt auf die Potenz stellt sich nach einigen Tagen ein. Dafür ergeben sich aus der Einnahme von Arginin keine Gefahren: selbst Aufnahmen von mehr als 2 Gramm täglich werden ohne Nebenwirkung vertragen (sehr selten Magenprobleme – dann mit geringer Menge beginnen und langsam erhöhen). Die Effekte von Arginin sind sehr vielfältig und lohnend:

  • verbesserte Erektionskraft durch Stickstoffretention
  • verbesserte Durchblutung durch Gefäßwandentspannung
  • Reduzierung von erhöhtem Blutdruck (und damit eine erwägenswerte Alternative zu impotenzfördernden Betablockern und Calciumantagonisten)

Arginin und Ornithin werden im gesunden erwachsenen Körper in der Regel selbst produziert und sind dann in ausreichendem Maße vorhanden. Ist die Produktion dieser Aminosäuren gestört, durch krankhafte Veränderungen oder stressbedingte Faktoren, so sollten Sie verstärkt arginin- und ornithinhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Diese Aminosäuren sind in Fisch, Fleisch, Milcheiweißprodukten, Nüssen, Reis, Soja und Weizen zu finden. Arginin und Ornithin werden aber auch in Tabletten-, Pulver- oder sogar Kapselform angeboten. Besonders effektiv sind hier Kombinations-Produkte, denen noch andere Nährstoffe wie Zink, Vitamin B und/oder Biotin zugesetzt wurden. 

Arginin – für ein aktives Liebesleben 

Pharmakologen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben die Wirkung bei Patienten mit Erektionsstörungen untersucht. „Nach ersten Auswertungen zeichnen sich positive Effekte ab”, sagt Studienleiter Prof. Dirk Stichtenoth vom Institut für klinische Pharmakologie. 70 Teilnehmer erhielten vier Wochen täglich Arginin und anschließend vier weitere Wochen Placebos. Die Studienergebnisse sind zur Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift eingereicht. „Es gibt bisher keine Medikamente mit Arginin, die zur Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen sind. Dazu wären weitere Studien nötig. Bisher gibt es Arginin jedoch als Nahrungsergänzungsmittel”, sagt der Pharmakologe.

Arginin hat erhebliche Auswirkungen auf die Gefäßspannung, wirkt also gefäßerweiternd und damit durchblutungs- und erektionsfördernd.