Aminosäuren und ihre Bedeutung
für Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit
Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit – diese Merkmale bedingen sich gegenseitig. Entstehen hier Defizite, kann ein wahrer Teufelskreis entstehen. Dann ist es u. a. wichtig, den Körper mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, um damit die Rückkehr zu einem gesunden Gleichgewicht zu erleichtern. Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Nahrungsergänzung verdeutlichen hierbei die hohe Bedeutung der Aminosäuren:
Glutamin ist an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es hat einen positiven Einfluss auf die Stimmungslage und stabilisiert unser Immunsystem.
Glutamin wirkt beruhigend
Glutamin ist die Vorläufersubstanz von GABA, der Gamma-Aminobuttersäure. Diese ist ein Neurotransmitter im Gehirn, der auf die Nervenbahnen beruhigend wirkt. Glutamin steigert die Produktion von GABA und wirkt dadurch beruhigend und besonders bei Stress und Hektik konzentrationsfördernd.
Glutamin wirkt Stress- Symptomen entgegen
In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass oxidativer Stress mit einer Glutaminverarmung einhergeht. Bei erhöhtem physischen und auch psychischen Stress (Burn-Out) kann es relativ schnell zu einer Verarmung des Glutaminpools kommen; dies führt zu einem Immundefizit und zu einer Störung der Darmmukosa („leaky gut syndrome“). Glutamin ist allgemein die wichtigste Quelle für Energie in den Zellen. Es trägt zur Synthese von Genbausteinen bei. Daher haben alle Körperzellen, die sich häufig teilen bzw. erneuern, einen hohen Bedarf an Glutamin. Das gilt besonders für die Zellen der Darmwände und die Leukozyten. Auf diese Weise kann Glutamin auch das Immunsystem stärken, das gilt vor allem bei starkem körperlichen Stress. Glutamin kann die Heilung von peptischem Ulkus (Magengeschwür oder Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm) beschleunigen. Es hilft bei der Behandlung und Verhütung von Dickdarmentzündungen.
Glutamin für eine gesunde Psyche
Ein Mangel an Glutaminsäure zeigt sich bei vielen Patienten mit Erschöpfungszuständen, Hirnleistungsstörungen und chronischer Müdigkeit. Da psychisch bedingte Erkrankungen ständig zunehmen, wird die Aminosäuren-Diagnostik und -Therapie zukünftig eine vermehrte Bedeutung gewinnen. Nicht zuletzt, da Glutamin Depressionen entgegenwirken kann.
Glutamin kann die Hirnleistung verbessern
Ein Teil des im Plasma vorliegenden Glutamins wird im Gehirn in Glutaminsäure umgewandelt, die dort in erster Linie als Brennstoff dient. Sie hat aber außerdem die Fähigkeit, überschüssiges Ammoniak aufzunehmen. Durch die Entfernung dieses Zellgiftes wird eine Behinderung der Gehirnfunktion vermieden, die Konzentrationsfähigkeit gesteigert und das Lang- und Kurzzeitgedächtnis verbessert.
Ornithin ermöglicht eine gute Nachtruhe
Auch Ornithin trägt zur Entgiftung von Ammoniak bei und ist Teil des Harnstoffzyklus. Wissenschaftler argumentieren, dass Schlaflosigkeit vor allem auf der Toxizität von Ammoniak für das Gehirn beruht. Die Einnahme von Ornithin ermöglicht deshalb eine gute Nachtruhe. Es kann dauerhaft eingenommen werden, ohne schädlich zu sein oder abhängig zu machen. Die Aminosäuren Arginin und Ornithin sind eng verwandt, beide können im Körper leicht ineinander umgewandelt werden. Sie können dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und die Bildung von weißen Blutzellen anzuregen. Sie können weiter die Leber vor den Schäden durch Medikamente und Chemikalien schützen und ihre Regeneration anregen.
Glycin senkt die Nervosität und verbessert den Schlaf. Es ist ein abschwächender Neurotransmitter im Gehirn und im Rückenmark, der hyperaktive Nervenaktivität dämpfen kann. Glycin-Supplementierung kann beruhigende Wirkung haben.
Carnitin wirkt vielen Alterungssymptomen entgegen
Der Melatonin-Spiegel von Ratten, die mit Carnitin behandelt wurden, stieg deutlich an. Melatonin, das von der Zirbeldrüse im Tiefschlaf produziert wird und eines der Hauptregenerations-Hormone (neben dem Wachstumshormon) und ein hochpotentes Antioxidans ist, wird leider von der alternden, zunehmend verkalkenden Zirbeldrüse immer weniger produziert. Wenn also Carnitin hier eine Umkehr bewirkt, dann ist dies möglicherweise besser als Melatonin direkt einzunehmen.
Carnitin scheint auch ein weites Anwendungsgebiet für die Verbesserung des Gedächtnisses und anderer kognitiver Funktionen (wie z. B. Konzentrationsfähigkeit) zu haben. Es eignet sich zur Vorbeugung von Demenzerscheinungen.
Carnitin fördert die Gehirnfunktionen
Einige der günstigen Einflüsse von Carnitin im Gehirn sind: erhöhte Wachheit, verbessertes Lernen und Gedächtnis, verminderte Vergesslichkeit, verbesserte geistige Fähigkeiten und ein gutes Langzeitgedächtnis. Auch Stimmungsaufhellung und verbesserte Konzen-trationsfähigkeit treten auf.
Carnitin wirkt dem Burn-Out-Syndrom entgegen
Stress, intensive Lebensweise, Schlafstörungen, psychische Belastungen u. a. können die Ursachen für Ermüdung, Erschöpfung und Abgeschlagenheit sein. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Menschen mit einem Burn-Out-Syndrom oder einem chronischen Erschöpfungssyndrom niedrige Carnitin-Konzentrationen im Plasma aufweisen. Da Carnitin vielfache Funktionen erfüllt, um Zellen anhaltend mit Energie zu versorgen, wurde beobachtet, dass sich das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von belasteten Menschen durch die Gabe von Carnitin verbessert. Belastungen, ob physischer oder psychischer Natur, werden besser und länger verkraftet.
Carnitin stärkt das Immunsystem und verbessert die Stressresistenz
Es überrascht daher nicht, dass mit Carnitin Erfolge bei der Behandlung einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, an denen das Immun- und das Nervensystem entscheidend beteiligt sind, erzielt werden konnten. Außerdem ergeben die durch Carnitin verursachten stabilisierenden und stimulierenden Effekte auf die gesamte Immunabwehr in Verbindung mit den gleichzeitigen neurologischen Wirkungen über ein Netzwerk psychoneuroimmunologischer Prozesse eine Verbesserung der Stressresistenz.
Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6 erhalten die geistige Leistungsfähigkeit
Spanische Wissenschaftler haben aktuelle Hinweise gefunden, dass Senioren mit erhöhtem Homo- cysteinspiegel schwächere kognitive Fähigkeiten aufweisen als Gleichaltrige mit niedrigerem Homocysteinspiegel.
Im Normalfall bauen Enzyme das Homocystein zu unschädlichen Verbindungen ab. Da diese Enzyme abhängig von den B-Vitaminen und Folsäure sind, ist ein hoher Homocysteinspiegel auch Folge einer unzureichenden Versorgung mit diesen Vitaminen.
Wissenschaftler der Universität Bologna untersuchten die Fähigkeiten von 650 Senioren, die 65 Jahre oder älter waren, hinsichtlich Wahrnehmung, Denken, Erkennen und Erinnern. Die Einordnung erfolgte aufgrund eines wissenschaftlich anerkannten Tests zur Beurteilung kognitiver Fähigkeiten. Es zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen erhöhten Homocysteinspiegeln und schlechteren Testergebnissen, und mit steigendem Bluthomocystein sanken auch die Testerfolge immer mehr ab.
Reich an B-Vitaminen sind vor allem grüne Blattgemüse. Doch
eine ausreichende Zufuhr ausschließlich über Lebensmittel ist aufgrund
der Sauerstoff- und Hitzeempfindlichkeit der Vitamine außerordentlich
schwierig: Falsche Lagerung, lange Transportwege oder eine
vitaminzerstörende Zubereitung führen zu hohen Verlusten in den
Lebensmitteln. So kann der Folsäuregehalt einzelner Lebensmittel bei
einer falschen Zubereitung um bis zu 90% absinken. Die Ernährungs-
experten von der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention
empfehlen deswegen nicht nur Senioren, Folsäure in Kombination mit
Vitamin B6 und Vitamin B12 zusätzlich zur Nahrung in Form von
Nahrungsergänzungspräparaten zuzuführen. In den anzuwendenden
Dosierungen seien solche Präparate ohne Risiko, aber von hohem Nutzen.
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