Aminosäuren und ihre Bedeutung
für Anti-Aging
Schöne Haut, feste Nägel und glänzendes Haar stehen für Gesundheit und natürliche Schönheit. Um sie möglichst lange zu erhalten und den Alterungsprozess hinauszuzögern, ist eine Versorgung mit bestimmten Nährstoffen wichtig. Vor allem die Haut reagiert empfindlich auf Veränderungen, sie ist ein Spiegel unseres Stoffwechsels. Allergische Reaktionen, Entzündungen oder eine schlechte Durchblutung und Versorgung mit Sauerstoff machen sich schnell bemerkbar. Dann sieht der Teint fahl oder grobporig aus, das Gewebe wirkt schlaff.
Der richtige Aminosäuren-Mix wirkt wie eine Aufbau-Kur von innen. Das bestätigen auch verschiedene Studien, die die Bedeutung der Aminosäuren für gesundes Haar und straffe Haut deutlich machen1,2,3.
Aminosäuren liefern Vitalstoffe, die Haut, Haare und Nägel von innen her ernähren. Auf diese Weise wird das Bindegewebe gestärkt, die Haut bleibt geschmeidig und elastisch, die Nägel fest und das Haar kräftig.
Haut
Kreatin unterstützt die Hautfunktionen und regt die Kollagenproduktion an
Eine wichtige Rolle für gesunde Haut spielt Kreatin. Es setzt sich aus den Aminosäuren Arginin und Methionin – welches wiederum Bestandteil von Carnitin ist – zusammen. Kreatin kommt natürlicherweise im Körper vor und hat eine wesentliche Bedeutung für den Energiestoffwechsel der Zellen. Ein Mensch mit einem Gewicht von 70 Kilogramm hat etwa 120 Gramm Kreatin im Körper, vor allem in Geweben und Zellen mit einem hohen Energieumsatz wie Muskeln, Gehirn oder Immunzellen. Doch auch die Haut als größtes Organ benötigt Kreatin zur Aufrechterhaltung ihrer Funktionen. Kreatin stellt den Zellen Energie zur Verfügung und unterstützt damit den Aufbau des Bindegewebes sowie den Hautstoffwechsel und die Zellerneuerung.
Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Zellteilung. Statt alle 28 Tage erneuern sich die Zellen ab etwa 40 Jahren nur noch nach circa alle 30 bis 40 Tagen. Dadurch reduziert sich der Anteil neuer Zellen, die für ein junges Aussehen sorgen. Auch die Zahl der stützenden Fasern im Gewebe – Kollagen und Elastin – nimmt bereits ab dem 25. Lebensjahr ab. Die ständigen Auf- und Abbauprozesse verlagern sich, bis mehr Zellen abgebaut als neuproduziert werden. UV-Strahlen und freie Radikale, aggressive Sauerstoffverbindungen, schädigen zusätzlich die Zellen. Die Folge: Das Bindegewebe wird schwächer, die Haut weniger elastisch, Fältchen bilden sich.
Die Aminosäuren Arginin und Carnitin bilden Kreatin
Dadurch werden die natürlichen Hautfunktionen unterstützt, die Zellen angeregt, mehr Proteine wie Kollagen und Elastin zu produzieren. Mit Kreatin versorgte Zellen sind außerdem in der Lage, geschädigtes Erbgut zu reparieren. Darüber hinaus kann Kreatin die Zellen vor schädigenden Substanzen schützen, indem es sie mit einer Wasserhülle umgibt. Dadurch erhöht sich wiederum der Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Herausragend ist die Bedeutung von Kreatin für die Bildung von Kollagen. Dieses körpereigene Eiweiß bildet ein Fasernetz, es stützt das Bindegewebe und ist für eine straffe, feste Haut, aber auch für starke Bänder, Sehnen und Gelenkknorpel verantwortlich. Vor allem erhöht Kollagen die Speicherfähigkeit von Wasser in der Haut. Kreatin regt die körpereigene Kollagen- Produktion an. Dadurch kann die Haut mehr Feuchtigkeit binden, sie wird dichter, sieht prall und frisch aus, Fältchen verflachen4.
Glutamin reguliert den Säure-Basen-Haushalt und strafft die Haut
Eine ausgewogene Ernährung ist Voraussetzung für eine gesunde Haut. Die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen verlangsamt die Hautalterung und fördert die Neuproduktion der Zellen. Doch oft ernähren wir uns zu einseitig oder ungesund. Kaffee, Nikotin oder übermäßiger Fleischgenuss können zu einer Übersäuerung führen. Der Säure-Basen-Haushalt gerät aus dem Gleichgewicht, Zellen und Gewebe werden zerstört. Aminosäuren können wesentlich zu einem ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt beitragen, indem sie Säuren neutralisieren. Doch mit der Zeit nimmt die Verfügbarkeit von Aminosäuren im Körper ab. Sie werden zunehmend aus eigenen Depots entnommen. Muskelstränge und Haut verlieren Spannkraft. Haarausfall, Faltenbildung und Osteoporose werden begünstigt.
Entscheidend für die Regulierung des Säure-Basen-Haushalts und eine feste Haut ist auch der Anteil an Glutamin. Diese Aminosäure kann in der Niere giftiges Ammoniak abspalten. Das basische Ammoniakmolekül bindet ein Proton Säure und wird ausgeschieden. Dadurch gelangt zum einen Säure aus dem Körper, zum anderen wird Bicarbonat, welches für die körpereigene Neutralisation von Säuren notwendig ist, eingespart. Damit unterstützt Glutamin die Regulierung des Säure-Basen-Haushalts5.
Ebenso ist Glutamin wichtig für eine feste Haut. Glutamin wird vom Körper selbst gebildet, allerdings mit zunehmendem Alter nicht mehr ausreichend produziert. Mit fatalen Folgen: Glutamin ist wichtig für die Eiweißherstellung. Steht zu wenig Glutamin zur Verfügung holt der Körper sich das nötige Eiweiß aus der Muskelmasse und wandelt es in Glutamin und Energie um. Dadurch gehen Muskelproteine verloren, Muskelstränge werden dünner, die gesamte Haut schlaffer. Man kann sich die alternde Haut vorstellen wie eine Pflanze: Sie »verdorrt« und trocknet aus. Glutamin kann diesen Prozess verlangsamen. Wissenschaftler bezeichnen es deshalb auch als »Jungbrunnen von innen«6.
Carnitin unterstützt die Umwandlung von Fett in Energie
Je älter wir werden, desto mehr erhöht sich der Anteil des Körperfetts. Sport ist deshalb wichtig, um in Form zu bleiben. Auch Carnitin kann den Erhalt der Figur unterstützen. Da es den Transport von Fettsäuren als Brennstoff in die Zellen verbessert, wird es häufig als »Fatburner« bezeichnet. In Kombination mit Bewegung kann Carnitin zu einer erhöhten Fettverbrennung beitragen. Es ist daher wichtiger Bestandteil von Fitness- und Wellnessprogrammen7.
Haar
Methionin stärkt die Nägel und wirkt gegen Haarausfall
Methionin enthält Schwefel und kann Ketten bilden, die sich wiederum untereinander vernetzen. Genau dies passiert in Haaren und Nägeln. Methionin kann die Haarstruktur und die Nägel somit wesentlich stärken. Methionin kann auch gegen Haarausfall helfen8. Im Jahr 2006 wurden im Rahmen eines Dermatologen- Kongresses in Florenz die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, an der Patienten mit Haarausfall teilnahmen. Die dreißig Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Einer Gruppe wurde ein Kombipräparat aus Aminosäuren und dem Vitamin- B-Komplex verabreicht, die andere Gruppe nahm ein Placebo ein. Ergebnis: Nach einem halben Jahr lag der Anteil der Haare, die sich in der Wachstumsphase befanden, bei der Methionin-Gruppe um rund zehn Prozent höher als in der Placebo-Gruppe9.
Arginin fördert den Haarwuchs
Einige Publikationen weisen darauf hin, dass die Aminosäure Arginin enorme Auswirkungen auf den Haarwuchs hat. Als Vorläufer des Stickoxids ist es von entscheidender Bedeutung für das Haarwachstum. Die gefäßerweiternde Wirkung des Arginin begünstigt den Haarwuchs. Denn das aus Arginin gebildete Stickoxid öffnet die Kalium-Kanäle der Zellen. Dadurch kann die Durchblutung der Haarwurzel verbessert und das Haarwachstum angeregt werden10.
Glutamin ist unerlässlich beim Haaraufbau
Glutamin ist die am häufigsten vorkommende Aminosäure, die zwar vom Körper selbst gebildet wird, aber mit zunehmenden Alter nicht mehr ausreichend produziert wird. Daher ist eine Zufuhr von Glutamin gerade ab mittlerem oder fortgeschrittenem Alter wichtig, um den Haaraufbau zu fördern. Besonders hoch ist der Bedarf an Glutamin bei Stress und hoher körperlicher Belastung. Glutamin wird aus Glutaminsäure gebildet. Diese baut das Haar wieder auf, indem es ihm vor allem Schwefel zuführt, welches zum Haarwachstum benötigt ist11.
Auch Zink und Vitamine sind wichtig für die Haare
Ähnlich wie die Haut hat auch das Haar einen erheblichen Bedarf an dem Mineralstoff Zink. Es ist als essenzielles Spurenelement von großer Bedeutung für den Haarwuchs. Zink ist an der Bildung von Keratin beteiligt, das ein Hauptbestandteil von Haaren, Haut und Nägeln darstellt. Darüber hinaus benötigt der menschliche Körper Zink auch für die Bildung von Kollagen, das nicht nur das Bindegewebe bildet, welches das Haar in der Haut verankert, sondern auch für die Haarstruktur insgesamt von Bedeutung ist. Auch die Zellteilung, die das Wachstum des Haares überhaupt ermöglicht, ist nur mit Zink möglich. Daher gehört Haarausfall zu den ersten Zeichen eines Zinkmangels, der sich häufig mit Zinkgaben verbessern lässt12.
Alle B-Vitamine sind unerlässlich für ein gesundes Haarwachstum. Eine der zahlreichen Mangelerscheinungen an einem oder mehreren dieser Vitamine ist Haarausfall und/oder brüchiges bzw. glanzloses Haar.
Auch Vitamin C spielt eine wichtige Rolle beim gesunden Haarwuchs. Es wird benötigt, damit sich Eisen an die roten Blutkörperchen binden kann und dieses so an die Haarwurzeln gelangen kann. Sollte dort Eisenmangel vorherrschen, so können dadurch verursachte Strukturschäden zu Haarausfall führen13.
Quellen
1 Zeibig, J., Karlic, H., Lohninger, A., Dumsgaard, R. & S. Mekal, G. (2005) Do Blood Cells Mimic Gene Expression Profile Alterations Known to Occur in Muscular Adaption in Enduranced Training? European Journal of Applied Physiologics, issue 95, (pp. 96-104)
2 Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary? Current Pharmaceutical Biotechnology, Volume 4, issue 3, (pp. 211-219)
3 Reda, E., D'Iddio, S., Nicolai, R., Benatti, P. & Calvani, M. (2003) The Carnitine System and Body Composition Acta Diabetol, issue 40, (pp. 106-103)
4 Williams, J.Z., Abumrad, N. & Barbul, A. (2002) Effect of a Specialized Amino Acid Mixture on Human Collagen Deposition Annals of Surgery, Volume 236, issue 3, (pp. 369-375)
5 Welbourne, T.C. (1995) Increased plasma bicarbonate and growth hormone after an oral glutamine load The American Journal Of Clinical Nutrition, Volume 61, issue 5, (pp. 1058-1061)
6 Bowtell, J.L., Gelly, K., Jackman, M.L., Patel, A., Simeoni, M., Rennie, M.J. (1999) Effect of oral glutamine on whole body carbohydrate storage during recovery from exhaustive exercise Journal Of Applied Physiology, Volume 86, issue 6, (pp. 1770-1777)
7 Müller, D.M., Seim, H., Kiess, W., Löster, H. & Richter, T. (2002) Effects of Oral l-Carnitine Supplementation on In Vivo Long-Chain Fatty Acid Oxidation in Healthy Adults Metabolism, Volume 51, issue 11, (pp. 1389-1391)
8 Haneke, E. & Baran, R. (2011) Micronutrients for Hair and Nails Nutrition for healthy skin, Volume 2, (pp. 149-163)
9 Alonso, L. & Fuchs, E. (2006) The hair cycle Journal of Cell Science, issue 119, (pp. 391-393)
10 Wu, G.A.B., Meininger, C.J., Knabe, D.A., Baze, F.W.A. & Rhoads, J.M. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, issue 1, (pp. 59-66)
11 Curthoys, N. P. & Watford, M. (1995) Regulation of Glutaminase Activity and Glutamine Metabolism Annual Review of Nutrition, Volume 15, (pp. 133-159)
12 Neve, H.J., Bhatti, W.A., Soulsby, C., Kincey, J. & Taylor, T.V. (1996) Reversal of Hair Loss following Vertical Gastroplasty when Treated with Zinc Sulphate Obesity Surgery, Volume 6, (pp. 63-65)
13 Trost, L.B., Bergfeld, W.F. & Calogeras, E. (2006) The diagnosis and treatment of iron deficiency and its potential relationship to hair loss Journal of the American Academy of Dermatology, Volume 54, issue 5, (pp. 824-844)