Aminosäuren und ihre Bedeutung
für Cholesterin
Die Aminosäure Arginin senkt den Cholesterinwert
in Studien um 10 %
Um heraus zu finden, welchen Einfluss die Aminosäure Arginin auf das Herz-Kreislauf-System hat, wurde 45 Personen zwischen 67 und 82 Jahren täglich Arginin verabreicht. Nach einem bestimmten Zeitraum wurden die Cholesterinwerte im Blut bestimmt. Es zeigte sich, dass der Cholesterinwert durchschnittlich von 231 mg/dl auf 207 mg/dl sank. Die Kontrollgruppe, die kein Arginin eingenommen hatte, zeigte keine Veränderung der Blutwerte. Der Wert des »guten« gefäßschützenden Cholesterins HDL (High Density Lipoprotein) blieb bei allen Personen stabil1.
Mandeln enthalten viel Arginin
In einer Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, untersuchten die Autoren den cholesterinsenkenden Effekt von Mandeln. Diese enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und sehr viel Arginin. In der Studie senkten Mandeln den »schlechten« Cholesterinwert LDL (Low Density Lipoprotein) um 7 %2.
Auch die Bundesforschungsanstalt für Ernährung kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Französische Wissenschaftler stellten einen niedrigeren Blutcholesterinspiegel bei Kaninchen und Ratten fest, die entöltes Walnussmehl bzw. Walnussöl bekommen hatten. Das ist besonders interessant, da der Cholesterinspiegel auch durch die fettarmen bzw. fettfreien Bestandteile der Walnuss gesenkt wurde3. Entöltes Walnussmehl ist sehr eiweißreich. Die enthaltenen Eiweiße haben einen besonders hohen Arginingehalt.
Die Aminosäure Arginin hält die Wände der Blutgefäße elastisch und unterbindet die Verklumpung von Blutplättchen und weißen Blutkörperchen. Somit verhindert sie die Bildung von Thrombosen4. In den genannten und in weiteren Studien konnte gezeigt werden, dass Arginin für die Gesundheit insgesamt sehr förderlich ist. Außerdem konnte belegt werden, dass sich die zusätzliche Gabe von Arginin auf das Herz-Kreislauf-System und gesunde Nieren sehr positiv auswirkt5.
Glycin ist wichtig für den Cholesterinstoffwechsel
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff, der zu 90% vom Körper selbst hergestellt wird. Es ist eine Vorstufe der Gallensäuren, da diese in der Leber aus Cholesterin gebildet werden. Die Gallensäuren werden dann in den Dünndarm abgegeben, wo sie sich mit Fetten und fettlöslichen Vitaminen vermischen und dabei helfen, diese Nährstoffe über die Darmwände ins Blut aufzunehmen. So wird ein Großteil der Gallensäuren im Darm wieder aufgenommen und über das Blut zur Leber zurückgeleitet. Werden die Gallensäuren ausreichend zur Leber zurücktransportiert, bleibt die körpereigene Produktion des Cholesterins im normalen Bereich.
Bei diesem Prozess spielt die Aminosäure Glycin eine entscheidende Rolle. Glycin ist notwendig, um Gallensäuren aus Cholesterin zu bilden. Überschüssige Gallensäuren werden im Laufe des Prozesses über den Darm ausgeschieden.
Ist der Cholesterinwert zu hoch, hat Glycin auch die Aufgabe zu stimulieren, so dass der Körper den Wert selbst reguliert6. Gelangen in dem Prozess weniger Gallensäuren zurück zur Leber, als in den Darm abgegeben wurde, produziert der Körper zur Regulierung mehr Cholesterin in der Leber. Cholesterin aus dem Blut wird zur Herstellung des körpereigenen Cholesterins benötigt und wird deshalb vermehrt verbraucht, wodurch der Cholesterinspiegel im Blut sinkt. Auf diesem Prinzip basieren einige cholesterinsenkende Medikamente.
Taurin: wichtig für den Herzmuskel
Die Aminosäure Taurin ist in den Herzmuskelzellen deutlich konzentrierter als andere Aminosäuren. Der Herzrhythmus des Menschen wird über Kalium und Kalzium gesteuert, die An- und Entspannung der Herzmuskulatur bewirken. Taurin regelt die Zufuhr von Kalium und Kalzium zum Herzmuskel und kann deshalb Herzrhythmusstörungen beseitigen. Zusätzlich senkt Taurin den Blutdruck und senkt nachweislich einen hohen Cholesterinspiegel, weil es den Gallenfluss anregt. Außerdem hemmt es die Verklebung von Bluttplättchen7.
Carnitin kann hohe Blutfettwerte senken
Carnitin ist eine vitaminähnliche Substanz, die für den Cholesterinwert ebenfalls von großer Bedeutung ist. Es verhindert die altersgemäße Verfestigung von Cholesterin. Carnitin wirkte sich in Studien positiv auf die Blutfette aus: Bei allen Personen, die Carnitin einnahmen, sank der Cholesterinspiegel. Dabei blieb das gefäßschützende Cholesterin bei den Personen, die Carnitin einnahmen, besser erhalten, als bei der Vergleichsgruppe, die Placebo erhielt8.
Der menschliche Körper produziert zwar selbst Carnitin, nimmt es jedoch hauptsächlich über Fleisch auf. Da Menschen mit erhöhten Blutfetten tierische Produkte meiden sollen, kann eine Zuführung von Carnitin mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein9.
Quellen
1 Hursen, M., Regan, M.C. & Kirk S.J. (1995) Metabolic effects of arginine in a healthy elderly population Journal Parenteral & Enteral Nutrition, Volume 19 (pp. 227-230)
2 Abbey, M., Noakes, M. Belling, G.B. & Nestel, P.J. Partial replacement of saturated fatty acids with almonds or walnuts lowers total plasma cholesterol and low-density-lipoprotein cholesterol American Journal of Clinical Nutrition, Volume 59 (pp. 995-999)
3 Diehl, J.F. (2001) Nüsse in der Ernährung Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, R-01-01, Karlsruhe
4 Palloshi, A., Fragasso, G., Piatti, P., Monti, L.D., Setola, E., Valsecchi, G., Galuccio, E., Chierchia, S.L. & Margonato, A. (2004) Effect of Oral L-arginine on Blood Pressure and Symptoms and Endothelial Function in Patients With Systemic Hypertension, Positive Exercise Tests, and Normal Coronary Arteries The American Journal of Cardiology, Volume 93 (pp. 933-935)
5 Wu, G.A.B., Meininger, C.J., Knabe, D.A., Baze, F.W.A. & Rhoads, J.M. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, issue 1, (pp. 59-66)
6 Kasai, K., Kobayashi, M. & Shimoda, S.I. (1978) Stimulatory effect of glycine on human growth hormone secretion Metabolism, Clinical and Experimental, Volume 27, issue 2, (pp. 201-208)
7 Chapman, R.A., Suleinan, M.S. & Earm, Y.E. (1993) Taurine and the heart Cardiovascular Research Volume 27, issue 3, (pp. 358-363)
8 Hopkins, J. (1982) Effect of carnitine on serum HDL-cholesterol: report of two cases Medical Journal Volume 150, issue 2, (pp. 51-54)
9 Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary? Current Pharmaceutical Biotechnology (pp. 211-219)