Aminosäuren und ihre Bedeutung für Cholesterin
Erhöhte Cholesterinwerte gehören zu den häufigsten Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Die Forschung beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, wie der Fettstoffwechsel auf natürlichem Weg beeinflusst werden kann – und die Aminosäuren Arginin, Taurin und Carnitin spielen dabei eine gut belegte Rolle. Zahlreiche Studien zeigen, dass sie jeweils auf unterschiedlichen Wegen günstig auf den Cholesterinspiegel und die Gefäßgesundheit einwirken. Besonders auf dem Gebiet der Gefäßforschung hat sich in den letzten Jahrzehnten ungemein viel getan – die Zusammenhänge zwischen Aminosäuren und Herzgesundheit werden immer deutlicher. Der folgende Abschnitt wird dabei stellenweise etwas wissenschaftlicher – wir versuchen, die Erkenntnisse so verständlich wie möglich darzustellen.
Arginin – Gefäßschutz durch Stickstoffmonoxid
Die cholesterinsenkende und gefäßschützende Wirkung von Arginin ist seit Langem Gegenstand medizinischer Forschung. Der Schlüssel liegt in einem Mechanismus, der 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde:1 Arginin ist die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO) – einem Signalmolekül, das in den Gefäßwänden gebildet wird und dort eine Reihe schützender Funktionen erfüllt. NO hält die Gefäße elastisch, verhindert die Bildung von Blutgerinnseln, reduziert Entzündungen in den Gefäßwänden und hemmt die Entstehung von Cholesterinablagerungen – den sogenannten Plaques, die Arteriosklerose auslösen können.2
In einer klinischen Studie wurde 45 Personen im Alter von 67 bis 82 Jahren täglich Arginin verabreicht. Nach dem Studienzeitraum sank der Gesamtcholesterinwert im Durchschnitt von 231 mg/dl auf 207 mg/dl – ein Rückgang von rund 10 Prozent. Die Kontrollgruppe, die kein Arginin eingenommen hatte, zeigte keine Veränderung. Besonders wichtig: Der Wert des gefäßschützenden HDL-Cholesterins blieb bei allen Teilnehmenden stabil.3
Dass argininreiche Lebensmittel ähnlich wirken, zeigen weitere Studien. Mandeln – reich an ungesättigten Fettsäuren und Arginin – senkten den LDL-Wert in einer Untersuchung im American Journal of Clinical Nutrition um 7 Prozent.4 Auch Walnüsse zeigten cholesterinsenkende Wirkung – interessanterweise sogar durch ihre fettarmen Bestandteile: Entöltes Walnussmehl ist besonders eiweißreich und enthält viel Arginin.5 Darüber hinaus wirkt Arginin positiv auf das Herz-Kreislauf-System und die Nierenfunktion.6 Im Gegensatz zu cholesterinsenkenden Medikamenten wie Statinen führt es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen.7
Taurin – gut für Herzmuskel, Blutdruck und Cholesterin
Taurin ist in den Herzmuskelzellen besonders hoch konzentriert. Der Herzrhythmus wird über Kalium und Kalzium gesteuert – Taurin reguliert deren Zufuhr zum Herzmuskel und wirkt so Herzrhythmusstörungen entgegen.8 Darüber hinaus senkt Taurin den Blutdruck und regt den Gallenfluss an, der für den Abbau von Cholesterin im Körper entscheidend ist. Außerdem hemmt es die Verklebung von Blutplättchen.
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024, die randomisierte kontrollierte Studien auswertete, bestätigt diese Wirkungen: Taurin-Supplementierung senkt Gesamtcholesterin und Triglyceride signifikant – und verbessert gleichzeitig Blutdruck und Blutzucker.9
Carnitin – verbessert das gesamte Blutfettprofil
Carnitin ist eine vitaminähnliche Substanz mit zentraler Rolle im Fettstoffwechsel. Es transportiert Fettsäuren in die Zellen, wo sie als Energie verbrannt werden, und wirkt sich dabei günstig auf die Blutfettwerte aus.
Eine Umbrella-Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 – eine Auswertung von 13 Einzel-Meta-Analysen – zeigt: Carnitin senkt signifikant den Gesamtcholesterinwert, das LDL-Cholesterin und die Triglyceride und erhöht gleichzeitig das gefäßschützende HDL-Cholesterin.10 Da Menschen mit erhöhten Blutfetten tierische Produkte meiden sollen, Carnitin aber hauptsächlich über Fleisch aufgenommen wird, kann eine gezielte Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.11
Wer Carnitin gezielt supplementieren möchte, sollte auf Carnipure® von LONZA achten – die reinste verfügbare Form von L-Carnitin-Tartrat mit pharmazeutischem Qualitätsstandard, die in zahlreichen klinischen Studien eingesetzt wurde.
Quellen
1The Nobel Assembly at Karolinska Institutet (1998) The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1998, nobelprize.org
2Palloshi, A. et al. (2004) Effect of Oral L-arginine on Blood Pressure and Symptoms and Endothelial Function in Patients With Systemic Hypertension, The American Journal of Cardiology, Volume 93 (pp. 933–935)
3Hursen, M., Regan, M.C. & Kirk, S.J. (1995) Metabolic effects of arginine in a healthy elderly population, Journal of Parenteral & Enteral Nutrition, Volume 19 (pp. 227–230)
4Abbey, M. et al. (1994) Partial replacement of saturated fatty acids with almonds or walnuts lowers total plasma cholesterol and low-density-lipoprotein cholesterol, American Journal of Clinical Nutrition, Volume 59 (pp. 995–999)
5Diehl, J.F. (2001) Nüsse in der Ernährung, Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, R-01-01, Karlsruhe
6Wu, G.A.B. et al. (2000) Arginine nutrition in development, health and disease, Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, Volume 3, Issue 1 (pp. 59–66)
7Deutsches Register Klinischer Studien (2023) Studie zur triglyceridsenkenden Wirkung von L-Arginin und L-Citrullin, DRKS00033436
8Chapman, R.A., Suleinan, M.S. & Earm, Y.E. (1993) Taurine and the heart, Cardiovascular Research, Volume 27, Issue 3 (pp. 358–363)
9Tzang, C.C. et al. (2024) Taurine reduces the risk for metabolic syndrome: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials, Nutrition & Diabetes, 14: 29
10Musazadeh, V. et al. (2023) The effect of L-carnitine supplementation on lipid profile in adults: an umbrella meta-analysis on interventional meta-analyses, Frontiers in Nutrition, 10: 1214734
11Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary?, Current Pharmaceutical Biotechnology, Volume 4, Issue 3 (pp. 211–219)