Aminosäuren und ihre Bedeutung für die Fettverbrennung

Ob wir Fett ansetzen oder schlank bleiben, wird wesentlich von den Hormonen bestimmt. Und hier liegt auch der Schlüssel zum Abnehmen: Eine gezielte Versorgung mit bestimmten Aminosäuren kann den Körper dabei unterstützen, seinen eigenen Fettstoffwechsel effizienter zu gestalten – auf natürlichem Weg, ohne Eingriffe von außen.

Carnitin – der entscheidende Fetttransporter

Wer verstehen will, wie Fettverbrennung im Körper funktioniert, kommt an Carnitin nicht vorbei. Es ist der wichtigste Transportstoff für Fettsäuren in den Zellen: Langkettige Fettsäuren können die innere Mitochondrienmembran – den Ort, wo Fett als Energie verbrannt wird – nur passieren, wenn sie zuvor mit Carnitin verbunden werden. Carnitin holt die Fettsäuren gewissermaßen ab und bringt sie dorthin, wo sie gebraucht werden. Ohne ausreichend Carnitin bleibt Fett in den Zellen gespeichert, statt verbrannt zu werden.1 Es ist deshalb nicht übertrieben, Carnitin als den eigentlichen „Fatburner“ des Körpers zu bezeichnen.

Bei Übergewicht kann ein Carnitin-Mangel vorliegen, der den Fettstoffwechsel zusätzlich bremst.2 Eine klinische Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass bereits 500 mg L-Carnitin täglich in Kombination mit einem Motivationsprogramm bei übergewichtigen Teilnehmern zu einem signifikanten Gewichtsverlust führte – durchschnittlich 400 g Körperfett in vier Wochen, bei unveränderter Ernährung und Bewegung.3

Fettverbrennung

Nicht jedes L-Carnitin auf dem Markt ist gleich. Wer gezielt supplementieren möchte, sollte auf Carnipure® von LONZA achten – einem Schweizer Hersteller mit pharmazeutischem Qualitätsstandard. Carnipure® ist die reinste verfügbare Form von L-Carnitin-Tartrat und in zahlreichen klinischen Studien eingesetzt worden. Es gilt in der Branche als Referenzstandard.

Die Bildung von körpereigenem Carnitin verläuft in mehreren Syntheseschritten und ist auf Vitamin B6, Vitamin B12, Niacin und Folsäure als Cofaktoren angewiesen. Ein Mangel an einem einzigen dieser Stoffe kann die gesamte Biosynthesekette unterbrechen.4

Glutamin – wirkt der Fettspeicherung entgegen

Glutamin kann in der Niere in Glucose umgewandelt werden, ohne dabei Insulin- oder Glukagonwerte zu beeinflussen. Das ist bedeutsam: Insulin ist das Hormon, das Fett in den Fettzellen einlagert. Glutamin liefert dem Körper Energie auf einem Weg, der diese Einlagerung umgeht.5

Darüber hinaus wirkt Glutamin der Nahrungsfettspeicherung direkt entgegen. In einer Studie führte die zusätzliche Gabe von Glutamin bei fettreicher Ernährung zu einer messbaren Fettreduktion.6 Ein weiterer praktischer Aspekt: Glutamin kann das Verlangen nach Zucker und Alkohol dämpfen – beides Faktoren, die einer Gewichtskontrolle dauerhaft im Weg stehen.

Glutamin regt darüber hinaus die körpereigene Ausschüttung des Wachstumshormons an – dazu gleich mehr.7

Arginin und das Wachstumshormon – natürliche Unterstützung, keine Hormontherapie

Neben Glutamin ist es vor allem Arginin, das die körpereigene Produktion des Wachstumshormons STH anregt. Das klingt zunächst vielleicht beunruhigend – Hormone haben in der öffentlichen Wahrnehmung oft einen schlechten Ruf, nicht zuletzt wegen ihres Einsatzes im Leistungssport. Doch hier geht es um etwas grundlegend anderes.

Das Wachstumshormon ist kein Fremdstoff – es ist ein körpereigenes Hormon, das jeder Mensch täglich produziert, vor allem nachts kurz nach dem Einschlafen.8 Es steigert die Eiweißsynthese, schützt die Muskelmasse und fördert den Abbau von gespeichertem Körperfett – die sogenannte Lipolyse. Mit zunehmendem Alter und bei Übergewicht sinkt die natürliche STH-Ausschüttung, was Gewichtsreduzierung zusätzlich erschwert.9

Arginin und Glutamin greifen hier nicht von außen ein – sie liefern dem Körper lediglich die Bausteine, die er braucht, um sein eigenes Wachstumshormon effizienter auszuschütten. Es ist derselbe Mechanismus, der auch durch Schlaf, Fasten und körperliche Bewegung ausgelöst wird. Studien zeigen, dass die Einnahme von Arginin auf nüchternen Magen die STH-Ausschüttung aus der Hirnanhangdrüse messbar steigern kann – indem es das hemmende Hormon Somatostatin unterdrückt.10

Arginin ist außerdem die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO) – dessen Entdeckung 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde.11 NO verbessert die Durchblutung der Muskulatur und steigert die Sauerstoffversorgung – was den Energiestoffwechsel bei körperlicher Aktivität unterstützt.12

Quellen

1Müller, D.M. et al. (2002) Effects of Oral L-Carnitine Supplementation on In Vivo Long-Chain Fatty Acid Oxidation in Healthy Adults, Metabolism, Volume 51, Issue 11 (pp. 1389–1391)

2Reda, E. et al. (2003) The Carnitine System and Body Composition, Acta Diabetol, Issue 40 (pp. 106–113)

3Odo, S., Tanabe, K. & Yamauchi, M. (2013) A Pilot Clinical Trial on L-Carnitine Supplementation in Combination with Motivation Training, Food and Nutrition, Volume 4 (pp. 222–231)

4 Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary?, Current Pharmaceutical Biotechnology, Volume 4, Issue 3 (pp. 211–219)

5Prada, P.O. et al. (2007) L-glutamine supplementation induces insulin resistance in adipose tissue and improves insulin signalling in liver and muscle, Diabetologia, Volume 50, Issue 9 (pp. 149–159)

6Bowtell, J.L. et al. (1999) Effect of oral glutamine on whole body carbohydrate storage during recovery from exhaustive exercise, Journal of Applied Physiology, Volume 86, Issue 6 (pp. 1770–1777)

7Welbourne, T.C. (1995) Increased plasma bicarbonate and growth hormone after an oral glutamine load, The American Journal of Clinical Nutrition, Volume 61, Issue 5 (pp. 1058–1061)

8Schöfl, C. (2016) Wachstumshormon – Regulation und Substitution, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, endokrinologie.net

9Rudman, D. et al. (1991) Effects of human growth hormone on body composition, Hormone Research, Volume 36, Supplement 1 (pp. 73–81)

10Merimee, T.J., Lillicrap, D.A. & Rabinowitz, D. (1965) Effect of arginine on serum-levels of human growth-hormone, Lancet, Volume 2, Issue 7414 (pp. 668–670)

11The Nobel Assembly at Karolinska Institutet (1998) The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1998, nobelprize.org

12Viribay, A. et al. (2020) Effects of Arginine Supplementation on Athletic Performance Based on Energy Metabolism: A Systematic Review and Meta-Analysis, Nutrients, 12(5): 1300

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News

  • »Mitteldeutsche Zeitung«

    Arginin und Zink machen Spermien widerstandsfähiger

    »Männer sollten auf eine ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung achten.« Das erklärt Prof. Frank Sommer vom Institut für Männergesundheit des UKE in Hamburg. Als speziellen Ernährungstipp empfiehlt er die Aminosäure Arginin. Sie könne sich positiv auf Dynamik und Fitness der Spermien auswirken. Das Spurenelement Zink trage ebenfalls zur erhöhten Widerstandsfähigkeit bei.

    weiter