Aminosäuren und ihre Bedeutung für gesunde Haare

Haarausfall und brüchiges Haar belasten viele Menschen – und der Markt mit Mitteln dagegen ist riesig. Die Wissenschaft zeigt, dass gesundes Haarwachstum von einigen gut verstandenen Faktoren abhängt: Das Haar braucht die richtigen Bausteine, eine gute Durchblutung seiner Wurzeln und ausreichend Nährstoffe. Bestimmte Aminosäuren spielen dabei eine Rolle, die seit Jahrzehnten gut belegt ist.

Methionin – gibt dem Haar seine Festigkeit

Haar ist im Wesentlichen ein Protein – und dieses Protein braucht Schwefel, um stabil zu sein. Schwefel verbindet die einzelnen Haarstränge miteinander, ähnlich wie Klammern, die ein Gerüst zusammenhalten. Je mehr Schwefel, desto fester, elastischer und widerstandsfähiger das Haar.

Die Aminosäure Methionin ist ein natürlicher Schwefellieferant. Der Körper kann Methionin nicht selbst herstellen – er ist auf die tägliche Zufuhr angewiesen. Fehlt Methionin, wird das Haar brüchig, glanzlos und wächst langsamer. Eine Studie, die auf einem Dermatologen-Kongress in Florenz vorgestellt wurde, untersuchte 30 Personen mit Haarausfall über sechs Monate. Die Gruppe, die ein Aminosäurepräparat einnahm, hatte danach rund zehn Prozent mehr Haare in der aktiven Wachstumsphase als die Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt.1,2

Arginin – bringt mehr Durchblutung an die Haarwurzel

Die Haarwurzel braucht ständig Nachschub: Nährstoffe, Sauerstoff, Energie. All das kommt über das Blut. Wer also möchte, dass sein Haar gut wächst, braucht eine gute Durchblutung der feinen Adern rund um die Haarwurzel.

Genau hier kommt Arginin ins Spiel. Der Körper bildet aus Arginin einen Stoff namens Stickstoffmonoxid – dessen Entdeckung 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde.3 Dieser Stoff entspannt die Gefäßwände und sorgt dafür, dass mehr Blut durch die kleinen Gefäße fließt, die die Haarwurzel versorgen. Das Ergebnis: Die Haarwurzel bekommt mehr von dem, was sie zum Wachsen braucht.4

Was das besonders interessant macht: Minoxidil – das bekannteste rezeptfreie Mittel gegen Haarausfall – wirkt über exakt denselben Weg. Arginin regt diesen Mechanismus auf natürlichem Weg an, ohne Nebenwirkungen.5

Glutamin – der Baumeister des Haares

Glutamin ist die Aminosäure, die der Körper am häufigsten verwendet – für Muskeln, Immunsystem, Darm und eben auch für das Haar. Der Körper stellt Glutamin zwar selbst her, aber mit zunehmendem Alter und besonders in Stressphasen reicht die eigene Produktion oft nicht mehr aus.

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Für das Haar ist Glutamin wichtig, weil es – ähnlich wie Methionin – dem Haar Schwefel zuführt und so zum Aufbau und zur Erneuerung der Haarstruktur beiträgt. Wer unter Stress viel Glutamin verbraucht, merkt das oft auch am Haar: Es wird dünner, wächst langsamer, verliert seinen Glanz.6

Biotin – keine Aminosäure, aber unverzichtbar

Biotin ist keine Aminosäure, sondern ein B-Vitamin. Aber wenn es um Nahrungsergänzung für die Haargesundheit geht, wäre es unehrlich, es wegzulassen – denn Biotin gehört zu den am besten belegten Nährstoffen für Haar, Haut und Nägel.

Biotin ist an der Bildung von Keratin beteiligt – dem Protein, aus dem Haare hauptsächlich bestehen. Ein Biotinmangel äußert sich fast immer zuerst an Haaren und Nägeln: Das Haar wird brüchig, fällt aus, verliert seinen Glanz.7 Entscheidend dabei ist die Dosierung: Die normale Zufuhr über die Nahrung liegt weit unter dem, was in Studien zur Haargesundheit eingesetzt wurde. Wirksam ist Biotin erst in deutlich höherer Dosierung – Studien empfehlen mindestens 2.500 bis 5.000 µg täglich, um messbare Effekte auf das Haarwachstum zu erzielen.8

Quellen

1Haneke, E. & Baran, R. (2011) Micronutrients for Hair and Nails, Nutrition for healthy skin, Volume 2 (pp. 149–163)

2Alonso, L. & Fuchs, E. (2006) The hair cycle, Journal of Cell Science, Issue 119 (pp. 391–393)

3The Nobel Assembly at Karolinska Institutet (1998) The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1998, nobelprize.org

4Colantonio, S. & Bhatt, D.L. (2003) Nitric oxide in the human hair follicle: constitutive and dihydrotestosterone-induced nitric oxide synthase expression and NO production in dermal papilla cells, Journal of Molecular Medicine, Volume 81 (pp. 18–25)

5Fossel, E. (2013) Topical delivery of arginine to cause beneficial effects, US Patent 7,914,814

6Curthoys, N.P. & Watford, M. (1995) Regulation of Glutaminase Activity and Glutamine Metabolism, Annual Review of Nutrition, Volume 15 (pp. 133–159)

7Patel, D.P., Swink, S.M. & Castelo-Soccio, L. (2017) A Review of the Use of Biotin for Hair Loss, Skin Appendage Disorders, Volume 3, Issue 3 (pp. 166–169)

8Zempleni, J. et al. (2009) Biotin and biotinidase deficiency, Expert Review of Endocrinology & Metabolism, Volume 4, Issue 4 (pp. 385–392)

Unser Vergleichsportal

Die für gesundes Haar wichtigen Aminosäuren – Methionin, Arginin und Glutamin – werden auch als Nahrungsergänzung angeboten. Die Kunst liegt darin, genau die richtigen in der passenden Kombination und Dosierung zu finden. Statt sich die einzelnen Aminosäuren mühsam selbst zusammenzustellen, lohnt ein Blick auf unser Vergleichsportal www.aminosäuren.de. Dort werden einmal jährlich die 70 wichtigsten Aminosäuren-Präparate nach wissenschaftlichen Kriterien getestet – einschließlich solcher, die gezielt auf Haargesundheit zugeschnitten sind. Erfahrungsgemäß finden sich die besten davon nicht im großen Online-Handel, sondern bei spezialisierten Anbietern.